Brasilien Initiative Erlangen-Nürnberg e.V.

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Stênio Diniz

Stênio Diniz

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Angaben zum Künstler:

Stênio Diniz - Holzschneider, Maler, Liedermacher und Sänger -  kommt aus dem Nordosten Brasiliens, der bekannt ist für seine reiche Volkskunst aber auch für starke soziale Gegensätze und periodische Dürreperioden. Die Anteilnahme des Künstlers an dieser Situation ist vor allem in seinen ausdrucksstarken Holzschnitten, die über die traditionelle Holzschnittkunst seiner Heimat weit hinausgehen, deutlich zu spüren. In den letzten Jahren hat er sich stärker der Malerei zugewandt und dabei auf sehr kreative Weise die unterschiedlichsten Techniken und Gestaltungsformen entwickelt. So malt er z.B. auf den inneren Teil (Rückseite) alter Streichholzschachteln und setzt daraus farbenfrohe Bilder in verschiedenen Größen zusammen, die mit Bindfäden eine interessante Fassung erhalten. Seine Ölgemälde, Gouachen und Stoffdrucke in Mischtechnik bestechen durch ihre Farbkombinationen und die Leichtigkeit ihrer figürlichen Darstellung, die an Chagall erinnert.

Ein neues Element im künstlerischen Schaffen von  Stênio Diniz ist das im Nordosten so beliebte Puppentheater. Die Köpfe der Handpuppen modelliert er aus minutiös zu-geschnittenem Schaumstoff, den er danach bemalt. Bei Veranstaltungen lässt er mitunter zu dem einen oder anderen Lied eine der Puppen tanzen oder integriert kurze, zum Thema passende  Puppenspielszenen. Er hat auch kleine Theaterstücke für Kinder und Jugendliche geschrieben, in denen unter anderem heiße Themen wie Drogenabhängigkeit, Leben auf der Straße, Umweltverschmutzung, etc. dargestellt werden. Dies zeigt, dass ihm nach wie vor nicht nur die Gestaltung seiner eigenen schöpferischen Impulse wichtig ist, sondern dass er dazu beitragen möchte, mit Mitteln der Volkskultur  Bewusstsein zu schaffen für die Notwendigkeit,  Leben in seiner ganzen Vielfalt und Bedrohung zu schützen und zu fördern.

Stênio Diniz kam 1985 auf Einladung der Universität Köln das erste Mal nach Deutschland und hatte die Möglichkeit,  an verschiedenen Orten auszustellen und Veranstaltungen zu machen. Dabei lernte er 1986 die Brasilieninitiative Erlangen e.V. (heute Erlangen-Nürnberg) kennen, woraus sich eine jahrelange Zusammenarbeit entwickelte.  Zahlreiche Ausstellungen und die Mitwirkung als Sänger bei vielen thematischen Veranstaltungen waren die Folge. Besondere Erwähnung verdient  seine Beteiligung an der Ausstellung „Água, Mmiri, Wasser“, die 1994 brasilianische, afrikanische und deutsche Künstlerinnen und Künstler vereinigte, und im darauf folgenden Jahr an der Ausstellung „Der Rio Sao Francisco darf nicht sterben“, die in zahlreichen Städten, unter anderem in Erlangen, gezeigt wurde.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. April 2013 um 13:07 Uhr